Am Ende ganz Mensch- Arbeiten im Hospiz
Im Hospiz zu arbeiten bedeutet für mich, Menschen zu begegnen. Nicht „Sterbenden“. Nicht Diagnosen. Nicht Geschichten aus Akten oder Stationsbriefings. Sondern Menschen mit Biografien. Mit Angst und Mut. Mit Liebe, Erinnerungen und offenen Fragen. Schon beim Eintreten spüre ich: Hier geht es nicht um Leistung. Hier geht es um Dasein. Nähe, die trägt Hospizarbeit ist Beziehungsarbeit. Sie lebt von Präsenz – nicht von Lösungen. Manchmal sitze ich einfach da. Manchmal halte ich eine Hand. Manchmal höre ich zu, ohne zu unterbrechen, ohne zu bewerten. Die Gespräche sind selten oberflächlich. Es geht um das Leben: um das, was geglückt ist, und um das, was wehgetan hat. Um Lieben, Verluste, Brüche, Sehnsüchte. Um Abschiede. Diese Nähe ist ein Geschenk. Und sie fordert mich. Denn sie verlangt Offenheit – berührbar zu bleiben, ohne mich selbst zu verlieren. Wenn Zeit langsamer wird Im Hospiz hat Zeit eine andere Qualität. Sie drängt nicht. Sie misst nicht. Sie ist einfach da. Es gi...