🌿 Death Cleaning – oder wie man mit Stil seinen letzten Putz macht

Von Gaby Raviola-Sprenger, Praxis Lebensbrücke – Begleitung in Wandel- und Übergangszeiten

Ja, ich weiss. Death Cleaning klingt erstmal so charmant wie eine Sardinenbüchse auf der Kuhweide.
Aber keine Sorge – es geht hier nicht um den Tod, sondern ums Leben.
Um das gute Gefühl, Ballast loszuwerden, Platz zu schaffen und dabei ein bisschen Frieden (und Humor!) in den Kleiderschrank und ins Herz zu bringen.

Denn wer sagt eigentlich, dass man immer erst nach dem Leben Ordnung machen müssen?


🌸 Die hohe Kunst des liebevollen Loslassens

Der Begriff stammt aus Schweden (döständningund bedeutet so viel wie:
„Bringe dein Sachen rechtzeitig selbst in Ordnung, bevor es jemand anderes tun muss – für dich.“

Klingt nüchtern – ist aber in Wahrheit ein zutiefst fürsorglicher Akt.
Beim Death Cleaning geht es nicht ums Sterben, sondern ums bewusste Sortieren, Behalten und Loslassen – im Aussen wie im Inneren.

Es ist eine Einladung, die eigene Lebensspur liebevoll zu betrachten:
Was ist wesentlich?
Was darf gehen?
Was soll bleiben – in Erinnerung, im Herzen, in der Welt? Welche Spur will ich einmal hinterlassen?


🌼 Weniger Last, mehr Leichtigkeit

Beim Aufräumen begegnen wir nicht nur Dingen, sondern Lebensgeschichte.
Manchmal lachen wir, manchmal weinen wir – und manchmal finden wir kleine Schätze, die zeigen, wer wir waren und was uns geprägt hat.

In diesen Momenten öffnet sich oft etwas Tieferes:
Dankbarkeit. Wehmut. Frieden.

Death Cleaning ist kein Projekt für einen Nachmittag. Es ist ein Prozess – ein langsames, achtsames „Sich-Zurechträumen“.
Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstheit.
Nicht ums Wegwerfen, sondern ums Würdigen.

Und am Ende steht fast immer ein leises, befreites Gefühl von:
✨ Leichtigkeit. ✨


💛 Ein Akt der Liebe

Viele glauben,  Death Cleaning tut man für seine Angehörigen – und das stimmt.
Denn wer einmal erlebt hat, wie schwer es ist, vor dem Nachlass eines geliebten Menschen zu stehen, weiss, was für ein Geschenk geordnete Spuren sind.

Aber in Wahrheit tust du es auch für dich selbst.
Denn jedes Stück, das du loslässt, schafft Raum für das Jetzt.
Für das, was wirklich zählt.
Für den Blick auf das, was dich ausmacht – nicht, was du besitzt.

Death Cleaning ist Selbstfürsorge.
Es ist eine Form von Selbstachtung, die sagt:
„Ich übernehme Verantwortung – für mein Leben, mein Erbe und meinen inneren Frieden.“


✨ Kleine Anleitung mit Herz und Augenzwinkern

Fang dort an, wo’s leicht fällt – bitte nicht bei den alten Liebesbriefen oder den Kinderzeichnungen.

Frag dich: „Würde ich das vermissen, wenn’s weg ist?“
Wenn du zögerst, stell’s in eine „Übergangskiste“ – die klärt sich mit der Zeit fast von selbst.

Und dann:
Schreib kleine Hinweise für deine Lieben.
Zum Beispiel:

„Diese Vase darf weg.“
„Das Fotoalbum und mein Schlöfi – mein Stoffhasi aus der Kindheit, der gebadet wurde in meinen Tränen und Ängsten, der mich verstanden hat - überhaupt, meine ganze Hasensammlung - bitte behalten.“

So wissen deine Angehörigen später, was dir wirklich am Herzen lag.
Und vielleicht schmunzeln sie, wenn sie deine Zettel finden – ein kleiner, liebevoller Dialog über die Zeit hinaus.

Feiere jeden leeren Karton, jede befreite Schublade.
Denn jeder freie Platz ist ein Stück mehr Frieden – innen wie aussen.


🌻 Death Cleaning = Life Loving

Ich mag den Gedanken, dass Death Cleaning eigentlich eine Lebenspflege ist.
Ein liebevoller Weg, das eigene Dasein zu würdigen – mit Humor, Achtsamkeit und vielleicht einem Glas Champagner in der Hand.

Es ist kein Abschied, sondern eine Einladung, leichter zu leben.
Sich von Dingen zu trennen, um Platz zu schaffen für Erinnerungen, Begegnungen und das Jetzt.

Also: Mach’s dir leicht.
Sortiere, schmunzle, erinnere dich – und wenn du magst, lass los.


💬 Lust, über dein eigenes Death Cleaning zu sprechen?

In meiner Praxis Lebensbrücke begleite ich Menschen auf ihrem Weg des Loslassens –
im Leben, im Sterben und im inneren Aufräumen.

Ob als Vorsorgegespräch, als Begleitung in Übergangsphasen –
wir schaffen gemeinsam Raum für das Wesentliche.

Wenn du magst, schreib mir:
📩 gabriela.raviola@lebensbruecke.ch
oder besuche: www.lebensbruecke.ch

✨ Weil Loslassen auch leicht sein darf. ✨






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