Assistierter Suizid im Spital – eine Abstimmung, die weit über Zürich hinausgeht
Assistierter Suizid im Spital – eine Abstimmung, die weit über Zürich hinausgeht
Wie wollen wir Menschen am Lebensende begleiten?
Am 27. September 2026 entscheidet der Kanton Zürich, ob assistierter Suizid künftig auch in öffentlichen Spitälern sowie in Alters- und Pflegeheimen möglich sein soll. Juristisch betrifft die Abstimmung Zürich. Gesellschaftlich betrifft sie uns alle.
Denn hinter dieser Frage steht weit mehr als ein Gesetz.
Es geht um Selbstbestimmung und Fürsorge. Um Würde und Leiden. Um Hoffnung, Angst und den Wunsch, bis zuletzt ernst genommen zu werden.
Als Sterbe- und Trauerbegleiterin begegne ich Menschen in einer der verletzlichsten Phasen ihres Lebens. Dabei gibt es keine einfachen Antworten.
Der Wunsch nach assistiertem Suizid ist so individuell wie der Mensch selbst. Manche wünschen sich vor allem Linderung, Sicherheit und Begleitung. Andere sind nach sorgfältiger Auseinandersetzung überzeugt, dass der Zeitpunkt gekommen ist. Diese Vielfalt verdient Respekt.
Deshalb dürfen wir die Diskussion nicht nur auf die Frage reduzieren, ob assistierter Suizid möglich sein soll. Ebenso wichtig ist die Frage: Was brauchen Menschen, damit sie sich bis zuletzt getragen fühlen?
Palliative Care, eine gute Symptomkontrolle, ehrliche Gespräche, Zeit, Zuwendung und menschliche Nähe sind keine Nebensache – sie bilden das Fundament einer würdevollen Begleitung.
Meine Aufgabe ist nicht, über einen Entscheid zu urteilen. Meine Aufgabe ist es, Menschen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und sie auf ihrem Weg würdevoll zu begleiten – unabhängig davon, welchen Weg sie wählen.
Ich werde dir nicht sagen, wie du abstimmen sollst. Ich wünsche mir vielmehr, dass wir den Mut haben, über das Lebensende zu sprechen – offen, respektvoll und ohne Vorurteile.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, wie ein Mensch stirbt. Es geht darum, wie wir ihm bis zuletzt begegnen.
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